tumblr_mlgndeWu3n1s1ffono1_500_blau… heute zwei Regionen im Berliner Umland – die Uckermark in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie die Gegenden südwestlich von Potsdam. Hier, am Rande des Fläming und mitten im Herzen des Naturparks Nuthe-Nieplitz, ist meist eine gute Infrastruktur vorhanden. Auch zeichnen sich die Einheimischen durch größere Weltoffenheit aus (für alle Langhaarigen ein wichtiger Umstand).

1898 erwarb die Landesversicherungsanstalt nicht zufällig dieses 140 Hektar große Forstareal von der Stadt Beelitz. Um die Jahrhundertwende waren die Möglichkeiten der medikamentösen und chirurgischen Behandlung der damaligen Volkskrankheit Tuberkulose sehr eingeschränkt. Man konnte die erschöpften – und dank Bismarcks Reformen versicherten – Arbeiter lediglich in eine gesunde Umgebung verpflanzen und tief durchatmen lassen. Der neue Typus der Heilstätte setzte auf ein Verfahren, dass wir heute wohl ganzheitlich nennen würden: saubere Luft, Sonne, den Aufenthalt im Freien, Inhalationen, Heilbäder und nahrhafte Diäten, alles zur Steigerung der körpereigenen Abwehrkräfte.

Inhalationsraum

So saugten beispielsweise riesige Belüftungsanlagen permanent Waldluft an und beförderten sie in die Krankenzimmer, in eigenen Inhalationsräumen wurden ätherische Öle verdampft (siehe Foto rechts – jegliche Ähnlichkeit mit dem KKK ist nur vorübergehend), überdachte Wandelanlagen ermöglichten körperliche Ertüchtigung auch bei schlechtem Wetter und eine eigene Bäckerei, Fleischerei und Gärtnerei versorgten Patienten und Personal mit täglich frischer Kost.

War die Heilung schon fortgeschritten, wurden die „Pflegelinge“ in die Sanatoriums-Quadranten C und D verlegt, um wieder zu Kräften zu kommen.

Die Gesamtanlage war bemerkenswerterweise nur insgesamt 28 Jahre ihres mittlerweile 111-jährigen Bestehens als Arbeiterheilstätte in Nutzung. Das Gelände mußte sich zwei Weltkriegen und der sowjetischen Armee unterordnen.