… übe_MG_0494rnahmen die sowjetischen Besatzungskräfte das gesamte Gelände der Heilstätten und bauten es zum größten exterritorial gelegenen Militärhospital um. Fast 50 Jahre lang war das Areal militärisches Sperrgebiet bis die Sowjets 1994 abzogen. Auch wenn die Gebäude nicht aufwändig gepflegt wurden, so sicherte die Nutzung immerhin den Erhalt der Bausubstanz. Es wurde nichts abgerissen oder irreversibel beschädigt, lediglich wurden die meisten Wände in hellblau und pastellgrün gestrichen – und zwar mit Ölfarbe. Bei Rückübertragung an die LVA (Landesversicherungsanstalt), die ursprüngliche Eigentümerin, wurde ein „vergleichsweise zufriedenstellender Zustand der Gebäude“ festgestellt.

Kein Wunder, die Baukosten des gesamten Areals schlug mit 8,38 Mio. Reichsmark zu Buche, eine beträchtliche Summe, die nur durch die für damalige Zeiten recht aufwändige Bauweise zu erklären ist. Der heutige Zustand der Gebäude ist dieser aufwändigen Bauweise zu verdanken: in den Innenräumen beispielsweise wurden Profile und Ecken möglichst vermieden, um die Verletzungsgefahr zu vermindern und die Reinigung zu erleichtern – Hygiene war ein zentrales Thema. Die Glasuren der teilweise zwei Meter hoch gekachelten Wände im Küchengebäude sind hervorragend erhalten.

Die Fussböden wurden in weiten Bereichen mit hochwertigen Fliesen (sogenannte Mettlacher Platten zurückgehend auf den Hersteller Villeroy & Boch mit Sitz in Mettlach/ Saarland) belegt, die auch über hundert Jahre später – insofern sie nicht mechanisch stark belastet wurden – immer noch funktionsfähig sind.

Auch im Außenbereich finden wir die glasierten Verblendsteine der Sockel, Gebäudeecken, Gesimse sowie Fenster- und Türeinfassungen in einem kaum beschädigten Zustand vor.

Die rein dekorativen Elemente des Holzfachwerks sind in einem ebenso bemerkenswert guten Zustand, was auf eine hohe Qualität des verwendeten Holzes schließen läßt. Ähnlich unversehrt sind Treppen nebst Geländer und die Stahlbetondecken zwischen den Geschoßen.

In den ehemaligen Schlaf- und Aufenthaltsräumen des Sanatoriums wurde Eichenstabparkett verlegt. Zwar ist dieses durch das eingedrungene Regenwasser an vielen Stellen aufgequollen, doch große Teile der massiven Hölzer sollen gerettet werden, besonders in den Treppenhäusern und Fluren der Wäscherei.