71771989Spricht man vom „verlassenen“ Areal der Beelitzer Heilstätten, so sind damit in erster Linie Quadrant A und C gemeint – das Foto links zeigt die spektakulärste Ruine mit Dachwald in Quadrant A. Andererorts hat sich seit dem Abzug der sowjetischen Armee aus dem „militärischen Sperrgebiet“ im Jahr 1996 einiges verändert.

In Quadrant D direkt an den Bahngleisen sind die ehemaligen Ärzte- und Beamtenhäuser längst ausgebaut und vermietet. Direkt dort angrenzend wurde 1998 die verwilderte Parkanlage gelichtet und eine Neubau-Siedlung angelegt, in dem sich zweigeschossige Fertigbau-Einfamilienhäuser befinden.

Auch die Pförtnerhäuser sind mittlerweile entweder bewohnt (wie das am Eingang des REFUGIUM BEELITZ) oder für gastronimische Zwecke ausgebaut.

Die beiden Direktoren-Villen an der Hauptstraße sind ebenso in privater Hand und wurden sehr hochwertig ausgebaut. Ihr perfekter Look lässt einerseits erahnen, wie das gesamte Areal 1902 ausgesehen haben muss. Vor dem Hintergrund des Verfalls der anderen Gebäude muss man allerdings irgendwie an Walt Disney’s „Magic Fight Against Tuberculosis“ denken.

Heizhaus & Wasserturm

Das südliche Kesselhaus des ehemaligen Heizkraftwerks im Quadrant C wird heute vom Förderverein Heiz-Kraft-Werk e.V. als technisches Denkmal und Museum betrieben (mehr dazu – hier). Das Foto rechts zeigt das Heizhaus sowie den Wasserturm.

Weiter nördlich in Quadrant B ist im ehemaligen Stallgebäude das feuerwehrtechnische Zentrum Potsdam Mittelmark untergebracht.

Nicht weit davon entfernt im selben Quadranten befindet sich der einzige sanierte und momentan genutzte Heilstätten-Pavillon. In dessen Räume zog 1998 ein Komplex aus neurologischen Kliniken, Reha- und Therapiezentrum sowie die Akademie für Sozial- und Gesundheitsberufe ein (weitere Infos – hier).

Einmal im Jahr ist gleich gegenüber in der leer stehenden Männer-Lungenheilanstalt die European Exchange Academy zu Gast (hier – der Link), die bildenden Künstlern aus aller Welt seit 2003 ein artist-in-residence Programm anbieten.

Nördlichste Markierung der Heilstätten ist das ehemalige Desinfektionshaus, das von 1996-1999 aufwändig zum „Landgasthaus Gustav“ umgebaut wurde (hier – dessen Seite). Die aktuellen Pächter betreiben das Hotel sowie das Restaurant mit 50 Plätzen seit 2008.

Im südwestlichen Quadrant A, dem flächenmäßig größten Teilstück, ist ein vollständiger Leerstand zu verzeichnen. Derzeitiger Plan zur Erschließung dieses Areals ist der „Baumkronen- und Zeitreisepfad“ (zur Homepage geht’s – hier). Vorbild ist ein bereits existierendes Projekt im thüringischen Nationalpark Hainich. Private Investoren wollen einen in der Endstufe 1000m langen Pfad über den Wipfeln des verwilderten Waldparks errichten. Ein 36m hoher Aussichtsturm, an dessen Fuß sich ein Gastronomie-Pavillon mit Sanitär- und Verkaufsräumen befindet, soll das Zentrum bilden.