Refugium Beelitz-Heilstätten | Creative VillageRefugium Beelitz-Heilstätten | Creative Village



Kategorie - Konzept

Denkmal-Details

?????????????Erstes Bemusterungstreffen im Rahmen der Ausführungsplanung – zu Gast die Obere und Untere Denkmalbehörde.
Diskutiert wurden Dachziegel, Putz, Fenster und andere äußere Bauteile. Eine komplexe Angelegenheit, denn das Gebäude soll nicht wieder in den Zustand von 1902 zurückgeführt werden. Vielmehr soll die seitdem vergangene Zeit erlebbar bleiben, erkennbar zum Beispiel an der sogenannten Patina. Auf der anderen Seite soll klar erkennbar sein, welche Bauteile Original sind wie zum Beispiel Eingangstüren und welche später hinzugefügt wurden wie beispielsweise die geplanten Zugänge zum Garten.
Besprochen wurden zum Beispiel die exakte Zusammensetzung und Farbgebung des Putzes sowie Techniken um schonend die Fassade zu reinigen. Ansonsten folgt die Farbgenung den Original-Farben, die unser restauratorischen Gutachten ergeben hat.
Die Holz-Fenster hingegen müssen größtenteils neu gebaut werden, im ursprünglichen Design, jedoch modern konstruiert gemäß der Energie-Einsparverordnung.

16. September 2015 | Kategorien Konzept

Boxfresh oder Patchwork?

_I0B0140Nach dem Abzug der sowjetischen bzw. russischen Truppen und der Übergabe des Geländes 1994 an den ursprünglichen Besitzer, die Landesversicherungsanstalt, wurden die Beelitzer Heilstätten zügig in das Denkmalverzeichnis des heutigen Landkreises Potsdam-Mittelmark eingetragen.

1997, noch im Zusammenhang mit dem Entwicklungsvorhaben von Roland Ernst, formulierte der heutige Landeskonservator Dr. Thomas Drachenberg in einem Artikel zentrale Gedanken im Umgang mit der Anlage. Seine Betrachtungen haben heute noch Gültigkeit und werden uns als Orientierung für die Umnutzungsarbeiten zum REFUGIUM BEELITZ dienen.

Seiner Meinung nach solle der Denkmalwert der Anlage erhalten bzw. wieder erlebbar gemacht werden, ohne die Brüche der Vergangenheit vollständig zu verwischen. Ziel könne es nicht sein, die bestehenden Gebäude und Anlagen im musealen Sinne zu konservieren. Die Kernbereiche in ihrer städtebaulichen Wirkung einschließlich der gärtnerischen Gestaltung sollen erhalten bzw. wiederhergestellt werden, außerhalb dieser Kernzonen können Neubauten stattfinden, um die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens zu sichern. Hier müsse durch eine offene Bauweise versucht werden, eine Situation zu vermeiden die einen Riegel zwischen dem historischen Bestand und dem natürlichen Umfeld, sprich den umgebenden Wald, schafft.

Denkmalpflegerisches Ziel solle es sein, die originale Substanz zu erhalten. Das bedeute aber beispielsweise nicht die Fassade so zu reinigen, dass der Zustand der Erbauungszeit wiederhergestellt wird. Abgesehen von der Gefahr irreparabler Beschädigungen solle das Einzelhaus mit seinen Alterserscheinungen, Beschädigungen und Veränderungen angenommen werden.

judd architecture 1Andererseits solle darauf hingearbeitet werden, dass die frühere Qualität durch Reparatur und Aufarbeitung wieder wirksam wird. Das beträfe zum Beispiel die sehr qualitätsvollen Fenster und Türen.

Soviel von von fachlicher Seite. Ob eine Aufarbeitung der Doppelkasten-Fenster machbar ist, wird gerade analysiert, denn viele der Original-Bauteile sind mittlerweile morsch und verwittert. Auch sind die meisten Holztüren im Innenbereich völlig verzogen. Gemäß der Vorgaben der Denkmalbehörde werden wir bei der Revitalisierung des Quadranten D alle Sichtachsen erhalten. So ist der Neubaubereich ganz im Westen – sozusagen „hinter“ den Bestandsgebäuden – untergebracht, der zentrale PKW-Stellplatz soll sich südöstlich direkt an der Straße befinden.

Ein positiver Nebenaspekt, der sich aus dem sensiblen Umgang mit dem Denkmal ableitet: alle Investitionen in den Erhalt der Originalsubstanz können vom Käufer über zehn Jahre steuerlich geltend gemacht werden. Steuerberater haben tiefergehende Informationen zur sogenannten „ Denkmal-AfA“.